Termite Mounds Dawning

Als ich diese Location vor 4 Jahre entdeckte wusste ich schon, dass ich an diesen Ort zurückkehren würde um diesen erneut zu fotografieren. Genau deswegen machten wir letzten September (2013) noch den Abstecher in den Litchfield Nat’l Park. Eigentlich war dieser Abstecher nicht geplant, doch wollte ich die Gelegenheit nutzen um nochmals an diesen Ort bei den Termite Mounds zu fotografieren. So machten wir diesen knapp 350km Abstecher zu den Termite Mounds im Litchfield Nat’l Park. Obwohl dieser Ort sehr leicht zugänglich ist für Touristen, war ich an diesem Morgen wieder alleine. Keine Menschenseele! Wir campierten etwas ausserhalb des Nationalparks und ich hatte etwa eine 30 minütige Fahrt vom Camp zu den Termite Mounds. Als ich ankam war es ca. 5.30 Uhr Morgens und noch Dunkel. Ich hatte schon einwenig Respekt und auch einwenig ein mulmiges Gefühl noch bei Dunkelheit durch das zum Teil Kniehohe Gras des australischen Buschs zu meinem vorgesehenen Standort zu wandern, doch der Wille war grösser als die Angst. Also marschierte ich sehr vorsichtig mit einer starken Taschenlampe ausgestattet durch das Gras und hielt Ausschau ob sich nicht irgendwo im Gras eine Schlange befand. Es gäbe eigentlich Schlangenschutz-Gamaschen, die den Bereich zwischen Fuss und Kniegelenk schützen, in dem Bereich wo es am wahrscheinlichsten ist, von einer Schlange gebissen zu werden. Da ich diese nun nicht hatte, ging es langsam Schritt für Schritt zu meinem vorgesehenen Standort. Dort angekommen stellte ich mein Equipment auf, komponierte mein Bildausschnitt und dann genoss ich die Dämmerung inmitten des australischen Buschs. Die Feuchtigkeit war so hoch, dass zwischenzeitlich meine ganze Kamera feucht angelaufen war und sich alles Nass anfühlte. Langsam färbte sich der Himmel zart rosa und Nebelbänke zogen über das Grasland. Wieder so ein Moment wo ich einfach nur da stand und kaum glauben konnte, dass ich schon wieder so ein magisches Lichtspiel erleben darf. Mir fehlen die Worte um diesen Moment zu beschreiben und lasse somit mein Bild sprechen!
Termite Mounds-Litchfield National Park

Litchfield

Noch aus dem Northern Territory Trip von 2009.
Eigentlich stand der Litchfield Nat’l Park diesmal nicht auf der Wunschliste zum fotografieren. Doch inspiriert von einem Bild vom australischen Fotografen Craig Lamotte entschied ich mich auf dem Weg zurück nach Darwin, falls wir noch Zeit hatten, einen Abstecher in den Litchfield Nat’l Park zu machen um die die „Magnetic Termite Mounds“ zu fotografieren. Ich bereue diesen Entscheid nicht, den der Litchfield Nat’l Park bietet einiges und die Landschaft ist faszinierend. Wir besuchten allerdings nur einen kleinen Teil des Nationalparks und fotografisch beschränkte ich mich vor allem auf die „Magnetic Termite Mounds“, welche weltweit nur in diesem Gebiet vorkommen. Diese Termitenhügel sind alle in Nord-Süd Richtung ausgerichtet und dies dient der Klimatisierung der Hügel. Einige dieser Termiten Hügel sind bis zu 3 Meter hoch.
Unser Camp schlugen wir diesmal etwas ausserhalb des Nationalparks auf. Nachdem wir am Nachmittag die Florence Falls und die Tolmer Falls besuchten, kamen wir gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu den Magnetic Termite Mounds. Die Abendstimmung mit dem golden warmen Licht über dem Buschland mit den Termitenhügeln war schön, aber nicht was ich erwartet hatte. Wahrscheinlich ist das Licht für dieses Motiv am Morgen besser zu dieser Jahreszeit. Doch der Cathedral Termite Mounds leuchtete rot-orange im Abendlicht – perfektes Licht um diesen Termitenhügel zu fotografieren. Also wendete ich mich ab von meiner ursprünglichen Bild-Idee und widmete mich diesem Termiten.
Am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang war ich dann schon wieder vor Ort um dieses Mal die Morgenstimmung bei den Magnetic Termite Mounds zu fotografieren. Ich liebte diese frühe Morgenstunden im australischen Outback, der Duft von Eukalyptus, die Stille und Einsamkeit sowie ein unbeschreibliches Gefühl von Glück liessen mich alles andere klein und unwichtig erscheinen. Manchmal ist das grösste Glück eines Fotografen nicht, mit einer Vielzahl von Bildern nach Hause zu kommen, sondern einfach nur das Gefühl all dies Erleben zu dürfen und die Stimmung vor Ort in diesem Moment im vollsten Sinne zu geniessen und zu realisieren was für ein Glück man eigentlich hat.
Litchfield