Termite Mounds Dawning

Als ich diese Location vor 4 Jahre entdeckte wusste ich schon, dass ich an diesen Ort zurückkehren würde um diesen erneut zu fotografieren. Genau deswegen machten wir letzten September (2013) noch den Abstecher in den Litchfield Nat’l Park. Eigentlich war dieser Abstecher nicht geplant, doch wollte ich die Gelegenheit nutzen um nochmals an diesen Ort bei den Termite Mounds zu fotografieren. So machten wir diesen knapp 350km Abstecher zu den Termite Mounds im Litchfield Nat’l Park. Obwohl dieser Ort sehr leicht zugänglich ist für Touristen, war ich an diesem Morgen wieder alleine. Keine Menschenseele! Wir campierten etwas ausserhalb des Nationalparks und ich hatte etwa eine 30 minütige Fahrt vom Camp zu den Termite Mounds. Als ich ankam war es ca. 5.30 Uhr Morgens und noch Dunkel. Ich hatte schon einwenig Respekt und auch einwenig ein mulmiges Gefühl noch bei Dunkelheit durch das zum Teil Kniehohe Gras des australischen Buschs zu meinem vorgesehenen Standort zu wandern, doch der Wille war grösser als die Angst. Also marschierte ich sehr vorsichtig mit einer starken Taschenlampe ausgestattet durch das Gras und hielt Ausschau ob sich nicht irgendwo im Gras eine Schlange befand. Es gäbe eigentlich Schlangenschutz-Gamaschen, die den Bereich zwischen Fuss und Kniegelenk schützen, in dem Bereich wo es am wahrscheinlichsten ist, von einer Schlange gebissen zu werden. Da ich diese nun nicht hatte, ging es langsam Schritt für Schritt zu meinem vorgesehenen Standort. Dort angekommen stellte ich mein Equipment auf, komponierte mein Bildausschnitt und dann genoss ich die Dämmerung inmitten des australischen Buschs. Die Feuchtigkeit war so hoch, dass zwischenzeitlich meine ganze Kamera feucht angelaufen war und sich alles Nass anfühlte. Langsam färbte sich der Himmel zart rosa und Nebelbänke zogen über das Grasland. Wieder so ein Moment wo ich einfach nur da stand und kaum glauben konnte, dass ich schon wieder so ein magisches Lichtspiel erleben darf. Mir fehlen die Worte um diesen Moment zu beschreiben und lasse somit mein Bild sprechen!
Termite Mounds-Litchfield National Park

Croc Facts

Hier einige interessante Fakten über Salzwasser-Krokodile!
Ich finde es sehr faszinierende Tiere aber ich möchte nie einem zu nahe kommen!!!
Die australischen Salzwasser Krokodile sind bei weitem die gefährlichsten Tiere in Australien und die grössten Reptilien auf der Welt. Ihr werdet sehen beim Lesen dieser Liste, dass es vieles zu beachten gibt, wenn man Salzwasser-Krokodile fotografieren möchte.

  • Krokodil-Angriffe gibt es viele, doch meistens sind Haustiere oder Vieh davon betroffen. Doch es gibt auch zahlreiche Angriffe auf Menschen. Meistens ist der Mensch aber selber schuld. Krokodile töten im Durchschnitt 1 – 2 Menschen pro Jahr. Geschichten die man über diese Kreaturen hört sind wahrscheinlich nicht übertrieben!!!!
  • Man muss keine übertrieben Angst vor ihnen haben. Paranoia hilft nie!!! Aber man muss sich der Gefahr bewusst sein wenn man im nördlichen Outback von Australien unterwegs ist und sich dementsprechend verhalten.
  • Männliche Krokodile können eine Länge bis zu 6-7 Meter erreichen, obwohl solche Längen eher selten sind. Weibchen werden in der Regel zwischen 2.5 – 3 Meter lang.
  • Der Kieferdruck eines Salzwasserkrokodils kann gut einige Tonnen betragen. Doch ein gutes Gummiband um den Kiefer gewickelt kann das öffnen verhindern.
  • Die Australier nennen diese gefährlichen Tiere „Salties“, welche sich hauptsächlich von Fischen, kleineren Reptilien, Schildkröten, Sumpfvögel, usw. ernähren. Aber auf ihrem Speiseplan sind auch grössere Tiere wie Wildschweine, Büffel, Vieh, Pferde und auch der Mensch gehört dazu. Ein Salzwasser-Krokodil greift alles an was in sein Territorium eindringt.
  • Der Name Salzwasser-Krokodil ist irreführend: sie leben im Salzwasser aber auch in Süssgewässer sind sie anzutreffen. Ihr Lebensraum sind Billabongs, Sümpfe, Flüsse bis viele 100 Kilometer landeinwärts aber auch auf offener See sind sie findet man sie.
  • Man hört oft, dass es heute mehr australische Salzwasser-Krokodile im Northern Territory von Australien gibt als Menschen. Ich bin mir da nicht so sicher: Auf einem Gebiet das 4x grösser ist als Deutschland leben ca. 230‘000 Menschen, davon leben nur schon 132’000 in Darwin. Es leben schätzungsweise ca 100’000 – max 150‘000 ( je nach Quelle) Salzwasser Krokodile im Northern Territory, wovon die meisten im Top End heimisch sind.
    Das war nicht immer so. Zwischen 1940 und 1970 hat exzessives jagen die Krokodile fast ausgerottet bis man sie 1974 in ganz Australien unter Schutz stellte. Heute ist das Jagen von Krokodilen illegal! (Ausgenommen sind die Ureinwohner, die Aborigines. Sie dürfen eine beschränkte Anzahl Krokodile jagen)
  • Es gibt heute Krokodil-Zuchtprogramme für die Krokodil-Haut und Fleischindustrie. Dazu werden in der Wildnis Krokodil Eier gesammelt und diese dann auf Krokodil Farmen gross gezogen. Das Krokodil-Eier sammeln sowie auch die erteilte Bewilligung für limitiertes Jagen an die Ureinwohner hat keine negative Auswirkung auf die Anzahl des Krokodilbestandes in Australien.
  • Man sollte nicht jeden Tag oder regelmässig die gleiche Stelle am Fluss oder am Billabong aufsuchen, sonst wartet eines Tages ein Krokodil auf einem.
  • Vermeide Trinkstelle von wilden heimischen Tieren oder von Vieh. Das sind genau die Orte wo Krokodile auf einen Angriff lauern. Salzwasser-Krokodile sind sehr konservativ mit dem Umgang ihrer Energie und somit schlaue Jäger. Sie lauern, versteckt unter Wasser und warten auf ihre Beute. Ein Krokodil welches man sehen kann ist viel weniger gefährlich als dasjenige man nicht sieht!
  • Sich immer vom Ufer fern halten, egal ob man am fischen, campieren oder nur einen Spaziergang macht. Krokodile kommen oft aus dem nichts!
  • Krokodile können springen, deshalb sich nie aus dem Boot heraus lehnen oder Füsse oder Arme über dem Wasser baumeln lassen. Auch nie auf einen Baumstamm klettern, der über dem Wasser ist. Über 4 Meter lange Krokodile können etwa bis zu ½ oder 2/3 ihrer Körperlänge aus dem Wasser springen. Kleiner Krokodile unter 2 Meter können sogar ganz aus dem Wasser springen.
  • Krokodile sieht man oft mit weit geöffnetem Maul am Ufer in der Sonne liegend. Der weit geöffnete Mund dient dazu, Wärme frei zu setzen und verhindert das Überhitzen des Gehirns.
  • Salzwasser-Krokodile können bis zu einem Jahr ohne Nahrung überleben.. Sie können freiwillig ihre Herzfrequenz bis zu einem Schlag pro Minute verringern und können bis zu 6-7 Stunden unter Wasser bleiben.
  • „Salties“ haben super-empfindliche Sinne und können sogar ihre Babies im Innern der Schale schreien hören. Sie haben aber auch eine aussergewöhnlich fein-abgestimmte Fähigkeit, Schwingungen, wie zum Beispiel der Herzschlag ihrer Beute zu fühlen!
  • Warme Temperaturen macht die kaltblütigen Tiere noch schneller
  • Salzwasser-Krokodile sind, entgegen dem verbreiteten Glauben, auch sehr intelligent und greifen ihre Beute basierend ihren Beobachtungen an. Sie kennen die Gewohnheiten ihrer Beute.
  • Krokodile haben 68 welche ersetzt werden sobald sie abgebrochen sind. In ihrem Leben können bis zu 3000 neue Zähne heranwachsen.
  • Krokodile lieben den Geruch von Hunden.
  • Krokodile können über 1000 Kilometer im Meer zurücklegen
  • Salzwasser Krokodile sind so „gebaut“, dass sie keine Welle im Wasser verursachen wenn sie sich an ihre ausgewählte Beute schleichen!
  • Sie haben auch ein drittes Augenlid, welches ihnen ermöglicht auch unter Wasser ihre Beute an Land zu sehen und zu beobachten ohne dass jemand eine Ahnung hat, dass sie da sind
  • Du kannst sie möglicherweise nicht sehen, doch sie können dich sehen und sobald man sich dem Fluss mit dem schlammigen und dunklen Wasser nähert, weiss man nie ob sie einem beobachten!
  • Es gibt eine Theorie unter Krokodil-Experten, dass 15 PS Motoren die gleichen Schwingungen und den gleichen klang haben wie männliche Krokodile während der Brutzeit.
  • Die durchschnittliche Krokodildichte in tropisch-australischen Flüssen beträgt 5 Krokodile pro Kilometer, doch im Mary River im Northern Territory kann sie ganz gut 20 Krokodile pro Kilometer sein!
  • Krokodile können im Wasser eine Geschwindigkeit von 10 km/h erreichen und auf dem Land über kurze Distanzen bis zu 11 km/h.
    Salzwasser-Krokodile können aber viel schneller Beschleunigen: ihre Beschleunigung ist explosionsartig. Sie beträgt in etwa 12 Meter pro Sekunde während einer ¼ Sekunde, somit bleibt der Beute keine Zeit zum reagieren.

20130918-_DSC4846-The-Lord-of-Yellow-Water

 

 

 

 

Deadly Silence

Stille! Nebelschwaden schweben über das Wasser und Grasland des Feuchtgebietes. Der Himmel färbt sich pink und der Mond geht gerade über dem Wetland des Yellow Water Billabongs unter. Ein Seeadler sitzt auf der Baumkrone und ab zu fliegen Eisvögel auf um sich dann wieder auf einem Zweig nieder zu lassen und eine kleine Gruppen von Magpie Geese zieht am Himmel friedlich ihre runden. Pandanus Palmen und Papierrindenbäume(Paperbark Trees) spiegeln sich im ruhigen Wasser des Billabongs. Alles wirkt so friedlich und ruhig. Ruhig gleiten wir auch auf dem kleinen Boot mit unserem Führer auf dem Yellow Water in den neuen Tag hinein. Ein Morgen am Yellow Water Billabong ist einfach unbeschreiblich und lässt sich mit nichts vergleichen. Man ist so verzaubert von dieser Landschaft und so in Gedanken versunken, dass man alles Drumherum vergisst. Ich habe das Gefühl, dass es nirgendwo auf dieser Welt einen Ort gibt, wo man mehr Ruhe und Frieden empfinden kann als hier auf dem Yellow Water Billabong. Dieser Moment mit dieser Ruhe und dieser Schönheit ist geradezu surreal!
Doch in dieser Idylle lauert auch Gefahr!……und dann sehen wir diese Gefahr! Ruhig und friedlich gleitet sie im Wasser und man hat das Gefühl es lässt sich einfach treiben. Nichts deutet darauf hin, dass diese Begegnung tödlich enden könnte. Nichts deutet darauf hin, dass diese Ruhe trügerisch sein kann. Es ist auch eine tödliche Stille, fast wie die Ruhe vor dem Sturm. Doch es ist auch faszinierend. Gerade diese Spannung zwischen Ruhe, Schönheit, innerlichem Frieden und Gefahr macht es auch aus, dass dieser Ort so eine Anziehungskraft auf mich hat. Vielleicht ist es auch die Abenteuerlust in mir – doch hier draussen wird einem wirklich bewusst, dass wir Menschen nichtig und klein und nur ein kleiner Teil dieses Universums sind.
Friedlich gleitet es dahin, das Salzwasser Krokodil, man sieht nur seinen Kopf über dem Wasser und man kann sich kaum vorstellen, dass es mit der friedlichen Ruhe jeden Moment vorbei sein kann. Beobachtet es uns?
Ich erlebte dies einmal, wie innert Sekunden aus einer harmonischen ruhigen Situation, tödlicher ernst geworden ist. Damals war ich ebenfalls im Kakadu Nat’l Park und es war meine erste Begegnung mit einem in freier Wildbahn lebenden „Saltie“. Auch dieses Erlebnis werde ich niemals mehr vergessen (nachzulesen in meinem Blog-Artikel „My first Saltie“ in der Kategorie Australia vom 22.7.2013)
Diese Reptilien haben schon mein ganzes Leben lang immer eine Faszination auf mich gehabt, doch seit dem Moment wo ich diesen Kontinent das erste Mal betrat und diese Ur-Tiere auch das erste Mal in ihrer Umgebung begegnet bin, ist meine Faszination noch stärker geworden.
Dieser bemerkenswerte „Saltie“ liess sich von uns nicht stören und er gleitet im ruhigen Gewässer „friedlich“ an uns vorbei……….doch wurde ich von unserem Führer darauf aufmerksam gemacht, dass ich die Kamera nicht zu weit aus dem Boot halten sollte! Sie sind schnell! Sie kommen aus dem nichts! Sie beobachten uns lange bevor wir überhaupt wissen, dass sie da sind und wenn wir sie sehen, dann kann es schon zu spät sein. Ein Saltie den wir nicht sehen ist gefährlicher als einer den wir sehen…….das Boot biegt in einen anderen Arm des Billabong und wieder öffnet sich eine faszinierende Welt. Und wieder bin ich hingerissen und stark beeindruckt von dieser Landschaft. Und wieder Ruhe, Ruhe und Ruhe……man könnte sicher eine Stecknadel zu Boden fallen hören……… und wieder sehe ich ein Saltie im Wasser gleiten…….“Deadly Silence“20130919-_DSC5066-Deadly-Silence

Technische Details: Nikon D700, 70-200/f2.8, 2x Converter (@280mm), ISO 500, f 7.1, 1/640 Sekunde, Polfilter

Gagudju Dreaming

Es ist etwas unheimlich um diese Tageszeit: Die helle Baumrinde wiederspiegelt das helle Mondlicht in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden. Melaleuca(Papierrindenbäume), Billabongs, Krokodile, Moskitos, Barramundi und ich in einer der faszinierendsten und schönsten Wassersysteme unseres Planeten. Es ist ca. 5.30 Uhr und noch stockfinstere Nacht und ich stehe am Ufer des „Krokodil-befallenen“ Yellow Water Billabongs in Australiens grössten Naturschutzgebiet, dem Kakadu National Park. Ich muss schon gestehen das mir etwas mulmig zu Mute ist, nicht zu wissen, ob ich von einem „Saltie“, so werden die Salzwasser-Krokodile von den Australiern liebevoll genannt, auf dem Billabong treibend beobachtet werde. Langsam wird es heller und am Horizont erkennt man schon das erste Licht des anbrechenden Tages. Ich habe mich eigentlich schon am Vortag für eine Bildkomposition entschieden und so wusste ich auch schon wo ich mein Equipment aufstellen wollte. Nichts als das Summen von tausenden von Moskitos unterbricht die Stille am Billabong. Es ist wieder mal ein umwerfendes Gefühl, die Ruhe zu erleben und Zeuge zu sein von diesem Moment wenn der Billabong zu neuem Leben erwacht. Dies sind unbeschreibliche Momente im Leben eines Landschaftsfotografen und für nichts in der Welt möchte ich diese Erfahrung und dieses Erlebniss missen wollen. Da ich genau wusste was ich wollte und dieser Ort inzwischen schon recht gut kannte, konnte ich somit das Lichtspiel ruhig geniessen und im Moment wo für mich alles stimmte den Auslöser der Kamera betätigen!20130920-_DSC1785-Gagudju-Dreaming

Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@160mm), ISO 100, f 11, 1/60 Sekunde, Polarizer

 

Lilies of Yellow Water

So schön und faszinierend der Yellow Water Billabong auch ist, so schwer finde ich es auch dort zu fotografieren. Man findet Motive in Hülle und Fülle. Nein, an dem liegt es nicht. Es ist vielmehr, dass der Billabong eine grosse Fläche abdeckt und schwer zugänglich ist. Das bekannteste Motiv, welches auch ohne Zweifel sicher auch eines der schönsten ist, ist auch dasjenige welches man am besten erreichen kann. Ich denke mal deshalb ist es auch das meistfotografierte Motiv am Yellow Water Billabong. Doch gerade auch dieses Motiv mit dem Blick über das Wasser zu den abgestorbenen Bäumen in den Morgen- oder Abendstunden ist recht anspruchsvoll zu fotografieren, wenn man das so sagen darf, vorallem wenn man eine neue originelle Ansicht zeigen möchte. Ohne Zweifel macht man dort aber sehr stimmungsvolle Bilder. Soll man es jetzt trotzdem noch fotografieren oder soll man es sein lassen? Glaubt Ihr, dass dies schon alles fotografiert wurde. Vielleicht ja, doch glaube ich nicht daran! Ich persönlich finde, man soll fotografieren, man sollte auch immer wieder an den gleichen Ort zurückkehren. Der Yellow Water Billabong ist für mich ein Ort an den ich immer wieder zurückkehren „muss“ wenn wir im Top End sind. Jedes Mal wenn wir ihn wieder besuchten war es anders. Auch die Jahreszeit macht gerade dort ein sehr grosser Unterschied aus: Regenzeit – Trockenzeit. Während es in der Regenzeit zum Teil schwer zugänglich ist, kann man während der Trockenzeit, je nachdem wie die Wege freigegeben sind, den Billabong auch einwenig zu Fuss erkunden. Nur schon Morgen oder Abend macht ein Unterschied! Immer wieder gibt es neue unbekannte Sachen zu entdecken. Obwohl der Yellow Water Billabong sicher zu den meist fotografierten Landschaften im Kakadu National Park zählt, glaube ich, man kann immer wieder neue Ansichten, Perspektiven und Stimmungen einfangen. Manchmal scheint es schon fast als ob der Ort durch andere Wetterbedingungen oder anderes Licht eine total andere Persönlichkeit annehmen würde. Es gibt so viele Möglichkeiten Einfluss auf das Bild zu nehmen: andere Jahreszeit, anderes Licht, Sonne, Regen oder Nebel, bei Nacht mit dem Himmelszelt oder bei Vollmond. Auch kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen mit den entsprechenden Kameraeinstellungen, den Gebrauch von Filtern und schlussendlich noch die „Entwicklung“ in der digitalen Dunkelkammer.
Viele Fotografen denken, es ist schon alles fotografiert. Sie glauben, dass ein Ort/Landschaft schon so oft fotografiert wurde, dass es nicht möglich ist, etwas Neues und Einzigartiges zu fotografieren. Aber ich denke es ist möglich! Es ist vielleicht nicht möglich beim ersten oder zweiten Besuch – doch es ist möglich. Ich bin davon überzeugt, dass man sich die Mühe machen muss, die Seele der Landschaft welche man gerne fotografieren möchte, kennen zu lernen. Das ist für mich der Schlüssel um einzigartige Bilder von oft-fotografierten Motiven zu machen. Wenn man sich dafür Zeit nimmt, dann kann man diese einzigartigen Bilder machen.
Natürlich kann man jetzt entgegen halten und sagen, dass man nicht immer die Möglichkeit hat, eine Location wieder und wieder zu besuchen. Das ist absolut richtig. Aber man kann ja auch mal ein Risiko eingehen und etwas weiter gehen, etwas neues Versuchen und nicht beim erst besten Platz stehen bleiben, die Kamera aufstellen und auf das Licht warten. Entdecken Sie die Landschaft für sich. Schauen Sie weiter. Die Inspiration ist dort. Wir müssen Sie nur finden!

Für dieses Bild „Lilies of Yellow Water“ waren wir mit einem Boot und einem Führer unterwegs, welcher die Gegend sehr gut kannte. Das Boot ist eigentlich die einzige Möglichkeit wenn man einen etwas unbekannteren Teil von diesem Billabong und weniger fotografierte Ansichten fotografieren möchte.
Es hat zwar ein paar Trails, aber die können je nach Krokodil-Sichtung und Jahreszeit geschlossen sein. Auch wenn sie frei gegeben sind, ist höchste Aufmerksamkeit angesagt. Krokodile und andere Wildtiere können überall lauern. Man sollte auch immer daran denken, dass nicht das Krokodil welches man sieht das gefährliche ist, sondern dasjenige welches man nicht sieht!
Wir waren an diesem Morgen schon eine Weile auf dem Billabong unterwegs, haben schon etliche Krokodile zu Gesicht bekommen, sowie auch Kingfisher(Eisvögel) und viele andere Vogelarten die im Kakadu National Park heimisch sind, als ich plötzlich diese Stimmung entdeckte mit den zwei Bäumen, dem Nebel und den Wasserlilien. Unser Führer fuhr mit dem Boot so nahe wie möglich an die Wasserlilien heran und ich versuchte bestmöglich auf dem wackligen Boot mein Bild zu machen. Immer wieder musste er das Boot umplatzieren da wir sonst zu tief in die Lilien hineingetrieben wären. Auch hätte es gerade noch ein „Saltie“ in der Nähe gehabt, doch dieser hatte keine Lust mit aufs Bild zu kommen. Es erwies sich als gar nicht so leicht dort eine ansprechend komponiertes Bild zu kreieren. Ich machte verschiedene Aufnahmen um dann am Bildschirm zu entscheiden welches die beste ist. Doch ich denke mir ist es hier sehr gut gelungen eine neue Ansicht oder zumindest eine nicht oft fotografierte Ansicht und Komposition vom Yellow Water Billabong zu zeigen.Yellow Water Billabong

Technische Details: Nikon D800e, 24-70/f2.8 Objektiv (@56mm), ISO 250, f 8, 1/250 Sekunde, Polarizer

 

Smell Of Eucalyptus

Wer schon einmal das Glück hatte einen Morgen am Didj Billabong, mitten im australischen Busch, umgeben von all den Eukalyptus Bäumen den Tagesanbruch zu erleben, der wird diesen bestimmten Moment sicher nie mehr vergessen! Die hohe Luftfeuchtigkeit mit dem intensiven Duft von Eukalyptus in der Luft: ein unbeschreibliches Gefühl welches mich nie mehr wieder loslassen sollte. Bevor ich dies das erste Mal riechen durfte und bevor ich diesen Ort das erste Mal besuchte, dachte ich sowas könne gar nicht möglich sein.
Jeder Mensch verbindet sicher einen bestimmten Duft mit einem Ort, einem Erlebniss in seinem Leben oder einem bestimmten Moment.

Es war Ruhe, die Wildnis, ein Gefühl von Freiheit, ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit, die Farben der Natur, der Duft, Frieden und sicher auch einwenig die Lust nach Abenteuer. Es war aber auch das unbekannte und die Ungewissheit wo ein Krokodil lauern könnte, wo sich eine Schlange versteckt hält oder ob mir ein Wasserbüffel den Weg kreuzt. Ein wenig wie kalkulierbare Gefahr wenn es denn so etwas gibt. Doch es war der Duft der Eukalyptus Bäume der mich am meisten faszinierte und für mich diesen Morgen auch unvergesslich machte. Es war auch eine Art „ein heilender Duft“ und eine Wohltat für meine Nase, suchte mich doch ein Tag vorher im tropischen australischen Norden eine Erkältung auf.

Diese Eindrücke, Gedanken, Sinne und Gefühle auf ein zweidimensionales Bild zu bringen ist eine Herausforderung und keine leichte Aufgabe. Doch für mich geht es in der Landschaftsfotografie unter anderem auch gerade darum, diese Gefühle und das erlebte in diesem bestimmten Moment auf das Bild zu bringen. Dazu haben wir verschiedene Werkzeuge: diese Werkzeuge müssen wir nun dementsprechend einsetzen damit wir dem Betrachter unser Gefühl und Eindruck von diesem Moment vermitteln können. Für dieses Bild suchte ich mir entsprechend interessante Eukalyptus Bäume – da ich die Gegend schon etwas kannte von meinem letzten Besuch wusste ich schon wo ich in etwa suchen musste, danach versuchte ich eine interessante Komposition und Perspektive zu finden. Der Nebel sollte die Luftfeuchtigkeit aufzeigen und zusammen mit dem Eukalyptus Bäumen den Duft nach Eukalyptus aufzeigen. Mit der Weitwinkel-Ansicht wollte ich die Weite des Outbacks vermitteln sowie mein Gefühl der Freiheit in diesem Moment bildlich festhalten. Die morgendlichen Farben sollten Glück, Ruhe und Frieden zeigen………sowie auch das Raue Terrain und die Gefahren welche in dieser unwirklichen Landschaft auf einem warten können. Alles zusammen kombiniert mit der Wilden Landschaft, soll auch einen Hauch von Abenteuer und Crocodile Dundee aufkommen.
Smell of Eucalyptus-Kakadu Nat'l ParkTechnische Details: Nikon D800e, 14-24/f2.8 (@15mm), ISO 100, f 11, 1/30 Sekunde, ND Soft Grad Filter