Es dreht sich alles um das Licht

Ein wichtiges Element in der Fotografie, wenn nicht das allerwichtigste Element, ist das Licht. Dabei spielt es keine Rolle welche Art der Fotografie: sei es Landschaftsfotografie, Portrait, Beauty oder Wildlife, der wichtigste Faktor ist das Licht. Kein anderer Faktor ist so wichtig für die Fotografie wie das Licht. Ohne Licht gibt es kein Bild!
Viele Leute können nicht verstehen wieso Landschaftsfotografen viele Stunden, vielleicht sogar Tage auf das „perfekte“ oder gewünschte Licht warten können. Es ist eher selten, dass das Licht gerade passt wenn man einen Spot gefunden oder erreicht hat. Öfters wartet man mehrere Stunden und manchmal sogar Tage bis das gewünschte Licht eintrifft. Das Warten verbringe ich oft mit der Suche nach der besten Komposition und mache aber ab und zu auch immer wieder Aufnahmen. So lernt man auch die verschiedenen Lichtsituationen kennen und wie diese auf das Bild wirken. Man kann dann auch erkennen wie das Licht mit der Zeit, mit dem Sonnenstand und dem Wettereinfluss drastisch ändern kann.
Für ein Bild musste ich schon mal 6 Jahre warten bis ich meine Bildidee umsetzen konnte. Ja, manchmal kann man auch fast Wahnsinnig werden während dem Warten, doch wenn man dann erst das gewünschte Bild machen konnte, ist alles vergessen: die Strapazen welche man für das Bild auf sich genommen hat und das Warten weichen einer endlosen Freude und Dankbarkeit!
Für dieses Bild hier musste ich nicht lange auf das gewüschte Licht warten. Dieses Bild ist zwar jetzt auch nicht geplant gewesen – es entstand an einem unserer letzten Workshops auf dem Niederhorn. Die Bedingungen und Voraussetzung waren folgende: Das Niederhorn ist bekannt für Steinbock-Sichtungen und die Chance, dass man auch einen Steinbock sehen kann ist relativ gross. So war meine Bildidee: Morgen oder Abendlicht, Steinbock auf einem Grat gegen einen dramatischen dunklen Himmel freigestellt und tiefstehhendes Sonnenlicht auf dem Steinbock. Nun, mussten diese Bedingungen und Voraussetzungen einfach noch eintreten. Dieses Mal hatte ich Glück und ich konnte mein Bild bei diesem Ausflug realisieren.
Für das perfekte Licht wartet man öfters Minuten, Stunden, Tage, Monate oder Jahre aber es hält unter Umständen nur wenige Sekunden oder Minuten an. Eine kleine Lücke in den Wolken genügt manchmal schon um die gewünschte und erhoffte Lichtsituation zu haben.
Mit Warten alleine ist es aber noch nicht getan: der Schlüssel damit das Warten aber auch zum Erfolg führen kann, ist, dass man auch die Fähigkeit besitzen sollte, voraus zu sehen wie es sein wird wenn das gewünchte Licht da istt. Das Licht zu verstehen ist ein sehr wichtiger Faktor um erfolgreich eine Bildidee umzusetzen!
Wenn Ihr einen dunklen Himmel habt und das Licht leuchtet euer Hauptmotiv an, dann werdet Ihr mit erstaunlichen Bildern belohnt. Alles was Ihr machen müsst, ist warten und Geduld haben – das ist aber oft einfacher gesagt als getan!
Und denkt daran: einzigartige Momente kommen nicht einfach so, Ihr müsst was dafür tun!Steinbock-Refuge

Dinner with Skippy

Erinnert Ihr euch noch an Skippy? Ich fand diese Tiere schon immer sehr niedlich. Wie war ich dann aufgeregt als ich endlich mein erstes wild lebendes Wallaby gesehen habe. Ein fantastisches Erlebnis. Das war 2006 in Queensland. Und heute essen sie mit uns zu Abend in unserem Bush-Camp.
Wir haben unser Zelt auf einem Campground in Mataranka aufgeschlagen. Oben am Himmel fliegen Fledermäuse und „fliegende Hunde“ und um unser Zelt hüpfen ein paar Wallabies umher. Der Lärm der Fledermäuse ist Ohrenbetäubend aber zu Wissen im australischen Busch zu sein, der Duft von Eukalyptus in der Luft und die Wallabies, der unendliche Himmel geben einem das Gefühl der Freiheit und des Glücks. Am Nachmittag besuchten wir die heissen Quellen von Mataranka die inmitten eines tropischen anmutenden Regenwaldes liegen. In den Bäumen lassen sich je nach Jahreszeit tausende von Fledermäusen nieder. Zurück auf dem Campground kochte Julie in unserer „Outback-Küche“ das Abendessen während ich Jagd auf die Wallabies machte die um den ganzen Campground herum verstreut sind. Das ist natürlich ein Paradies für mich…….mein 70-200mm Zoom auf meiner Kamera montiert, versuchte ich ein perfektes Portrait eines Wallabies zu schiessen.Wallaby Gar nicht so einfach wie man vielleicht meinen könnte. Erstens ist es nicht mehr so hell, zweitens sind sie recht flink und schnell und drittens warten diese auch nicht bis ich mein Bild geschossen habe. Das bedeutet: die Iso höher stellen, VR einschalten, den Autofokus auf „Continuous“ und Serienfunktion. In der Landschaftsfotografie hat man Zeit sein Bild in aller Ruhe auf dem Stativ zu komponieren…….hier musste man schnell sein, ein Gefühl entwickeln wie sich das Tier verhält. Man muss so zu sagen „Voraussehen“ können. Ich machte mir keine grosse Hoffnung ein Super-Perfektes-Tier Portrait zu machen, doch hoffte ich auf einen Glückstreffer. Um gute Wildlife Fotos zu machen, muss man die Tiere gut kennen und auch Geduld und Zeit haben.
Das Abendessen ist fertig, der Tisch gedeckt und so geniessen wir unser „Bush-Dinner“ mit den Wallabies. Scheu sind sie gar nicht. Sie näherten sich uns bis auf ein paar Meter und hofften auf einen Happen von uns. Es war so süss wie sie sich immer näher an uns heranwagten. Ein geniales Erlebnis auf das ich nicht verzichten wollte. Outback Pur!!! Nach dem Essen und dem Abwasch versuchte ich weiterhin mein Glück, doch wurde es langsam zu dunkel um noch passable Bilder zu machen.
WallabyWallaby Wallaby

Galahs

Wir campierten diese Nacht beim Three Ways Roadhouse. Nachdem ich frühmorgens zu den 30 minütig entfernten Devil‘s Pebbles zum fotografieren fuhr, war ich so gegen 8.30Uhr wieder zurück bei unserem Camp. Wie jeden Morgen hat Julie das Frühstück schon aufgetischt und das Wasser für den Kaffee gekocht. Während wir das Frühstück im Outback, wie jeden Morgen genossen, konnte wir an diesem Morgen Galah’s in den Bäumen über uns beobachten. Bevor wir unser Camp abbrechen, wollte ich die Gelegenheit noch nutzen und mein Glück mit Fotos versuchen. Ich montierte mein 200er Tele-Zoom, benutzte mein Drei-Bein Stativ als Einbein und ging auf Jagd. Es war gar nicht so einfach diese Vögel mit einer ansprechenden Komposition zu fotografieren.
Doch dann sah ich diese zwei Galah’s auf einem Wasserhahn inmitten des Campgrounds. Sie liessen sich auch nicht stören und ich konnte mich ihnen sehr gut nähern. Mit einer offenen Blende und einer Brennweite von 200mm konnte ich meinen gewünschten Effekt erzielen und die Galah’s schön vom Hintergrund freistellen. Die Situation sah irgendwie witzig aus und sie liessen mir wirklich genügend Zeit sie zu fotografieren.
Galah drinking water

Wildlife Kakadu Nat’l Park

Ich bin eigentlich kein Wildlife-Fotograf, doch macht es mir dennoch immer wieder Spass wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme Tiere in ihrer freien Wildbahn zu fotografieren. Besonders wenn wir in Australien unterwegs sind. Die Herausforderungen an einen Wildlife-Fotografen sind einwenig anders als für einen Landschaftsfotograf. Auch an das Equipment werden etwas andere Ansprüche gestellt. Doch möchte ich jetzt hier nicht die Technik in den Vordergrund stellen.
Wann immer wir in Australien unterwegs sind, gehört neben der Landschaftfotografie auch die Wildlife-Fotografie zum fotografischen Alltag – obwohl mein Tagesablauf ist auf die Landschaftsfotografie abgestimmt. Doch immer wieder begegnet man im Outback auf Wildlife und ich empfehle auch, sich mit den australischen Wildtieren auseinanderzusetzen, auch wenn man kein Interesse hat Wildlife zu fotografieren, damit man unliebsame und gefährlichen Überraschungen ausweichen kann. Man bedenke nur die Salzwasser Krokodilen, welche man im tropischen Norden antrifft, ein paar der giftigsten Schlangen sind in Australien beheimatet sowie auch Spinnen. Dazu kommen Wasserbüffel, Box jellyfish (Qualle), Haie,usw……
Auch die Leistenkrokodile sollte man nicht unterschätzen, obwohl diese eher scheu sind und den Menschen eigentlich in Ruhe lassen. Man sollte sich also auch als Landschaftsfotograf über die australische Tierwelt erkunden, auch wenn man keine Absicht hat Wildlife zu fotografieren. Doch ich finde, man würde etwas verpassen: ist doch gerade die australische Tierwelt so faszinierend und einigartig. Neben den „Salties“ wie die Salzwasser-Krokodile genannt werden, gibt es noch die Beuteltiere wie Kangaroos, Wallabies und Koalas, sowie noch viele andere Tiere welche man nur in Australien antrifft.
Auch Ornithologen kommen in Australien voll auf ihre Rechnung, besonders im Kakadu Nat’l Park.Wallaby Wildlife Kakadu National Park Saltie Great Egret Kingfisher-at-Yellow-Water Wildlife Kakadu Saltwater Crocodile