Verkleinern & Schärfen für das Web

Bilder für das Präsentieren im Web in der bestmöglichen Qualität zu verkleinern und schärfen kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Korrekt verkleinerte und geschärfte Bilder zeigen mehr Zeichnung und Details und können dem Bild ein professionelles Aussehen geben.
Natürlich sollte jedem klar sein, dass man mit dieser Technik aus einer schlechten unscharfen Aufnahme kein Meisterwerk machen kann. Auch hier gilt, je besser das Ausgangsmaterial umso besser das Endergebnis. Aber es kann durchaus vorkommen, dass ein nicht korrekt verkleinertes Bild dem Originalbild in keiner Weise gerecht werden kann. Genau aus diesem Grunde finde ich es sehr wichtig auch diesem Thema viel Beachtung zu schenken. Leider schenken viele Fotografen der Wichtigkeit des Schärfens nur eine geringe oder gar keine Bedeutung oder ignorieren es einfach. Schärfen ist nicht gleich Schärfen. Ein Print von 40×60 cm wird nicht gleich geschärft wie ein Print  von 10×15 cm oder eben ein Bild welches man im Web präsentieren möchte.
Natürlich gibt es Fotografen, im Amateur wie auch im Profi-Bereich welche dem Arbeitsprozess Ihrer Bilder keine grosse Bedeutung schenken und mit der Qualität Ihrer Welb-Bilder zufrieden sind. Das ist auch völlig in Ordnung.                                                    Weizenfeld-LampenbergLandschaft bei Lampenberg/Baselland, Schweiz

Ich war lange Zeit auf der Suche um meine Bilder optimal für die Präsentation im Web aufzubereiten. Die Qualität meiner Web-Versionen kam niemals an die Qualität des Original Bildes heran. Ich wunderte mich immer wieder über die Detailzeichnung der Bilder anderer Landschaftsfotografen und es ärgerte mich immer wieder weil meine Bilder im Web nicht diese Qualität erreichten.
Ich muss auch eingestehen, dass ich die Ursache für dieses Problem lange Zeit woanders gesucht habe.
Im Herbst 2011 hatte ich das Vergnügen Andreas Resch, ein österreichischen Fotografen Kollegen welcher ich von NPN(Nature Photographers Network) kenne, persönlich kennen zu lernen. Ich traf Ihn und Dietrich Glogger sowie Giovanni Russello beim fotografieren am Stellisee. Angesprochen auf meine Frage wie er das mache, dass seine Bilder so eine ausgezeichnete Detailzeichnung habe antwortete er einfach nur „Das liegt an meinem Schärfungs-Skript“. Wieder zu Hause beschäftigte ich mich ausgiebig mit der Schärfungstechnik und dem verkleinern der Bilder fürs Web. Zum Versuch verwendete ich auch mal das Web-Sharpening Skript von Andreas. Was für ein Unterschied zu all den anderen Schärfungsmethoden die ich bis dahin verwendete. Meine Bilder hatten plötzlich auch in der Web-Versionen einen unglaublichen Detailreichtum – Zeichnung in den dunklen sowie in den hellen Bereichen und auch die kleinsten Details waren klar. Ich war fasziniert. Von diesem Moment an, verwendete ich für meinen Workflow das Web-Sharpening Skript von Andreas Resch.
Ich wollte natürlich dann auch wissen, wie das genau funktioniert und die Basis dieser Schärfungsmethode genau kennen, damit ich dies bei Bedarf auch auf meine Bedürfnisse anpassen kann.
Marc Adamus, ebenfalls ein Fotograf welche ich von NPN kenne, verwendet ebenfalls diese Schärfungstechnik. Von einem Beitrag im Internet von Marc Adamus, erfuhr ich über seine Schärfungs-Methode und kriegte eine „Step by Step“ Anleitung. Dies war mal interessant und gab mir eine Idee wie diese Methode funktioniert. Somit kannte ich die Basis dieser Schärfungsmethode.Geissfluh2
Geissfluh/Baselland, Schweiz

Mit dieser Methode verkleinert man das Bild in mehreren Schritten. Nach jedem Verkleinerungs-Schritt wir das Bild relativ strak geschärft um den Schärfeverlust der Verkleinerung zu kompensieren. Man verkleinert das Bild um das 1.666 fache von der letzten Grösse bis man auf der gewünschten Bildgrösse ist.
Ich möchte mit diesem Beitrag nicht in die Details eingehen, doch möchte ich Euch hier die Basis Schritt für Schritt aufzeigen:
1.)  Das Bild auf eine Ebene reduzieren
2.)  Das Original-Bild um das 1.666-fache von der gewünschten Endgrösse deines Bildes verkleinern. Dass heisst, wenn das Bild auf der längeren Seite 600 Pixel haben sollte, dann solltest man das Bild jetzt auf 1000 Pixel verkleinern.
3.)  Als nächsten Schritt verwendet man den Filter „Schärfen“ (nicht Unscharf Maskieren)
4.)  Danach die Ebene duplizieren
5.)  Verwende jetzt auf die oberste Ebene den Filter „Schärfen“ (das Ergebnis sieht nicht zufriedenstellend aus. Das Bild wirkt jetzt überschärft)
6.)  Anschliessend das Bild nochmals mit dem Faktor 1.666 verkleinern. Dass bedeutet das Bild von 1000Pixel auf 600 Pixel verkleinern.
7.) Im nächsten Schritt verwenden wir den Filter „ Smart sharpen“(Gaussian Weichzeichnen wählen, 0,2 Pixel,80%)
8.) Erstelle nun eine Maske auf der obersten Ebene und passe die Deckkraft der Ebene an und maskiere die Stellen des Bildes welche überschärft wirken. (dies ist in den meisten Fällen nötig)
9.) Zum Schluss kann man die Sättigung des Bildes korrigieren da sich durch den Prozess ein geringer Sättigungsverlust entsteht.
Wie gesagt, dies ist die Basis dieser Schärfungsmethode und diese Schritte können von Fotograf zu Fotograf auch verschieden sein.
Ich persönlich verwende das Skript von Andreas Resch, da es mir viele Arbeitsschritte abnimmt und das Endergebnis einfach unschlagbar ist. Für mich ist momentan dieses Skript erste Wahl: perfekte Qualität und einfach und schnell anzuwenden.
Ich möchte an dieser Stelle Andreas Resch danken, dass er sich die Mühe gemacht hat und sein Skript zur Verfügung stellt. Schaut doch bei Interesse mal bei Andreas Resch vorbei. Der Link dazu ist  http://www.andreasresch.at/2011/09/23/bilder-verkleinern-und-scharfen-furs-internet/
Andreas hat dort eine genaue Anleitung und stellt ein Tutorial zur Verfügung. Andreas Resch ist übrigens ein begnadeter Landschaftsfotograf.Landschaft bei Niederbipp
Landschaft bei Niederbipp/Oberaargau, Schweiz