Was ist ein gutes Bild

In einer Zeit wo wir regelrecht mit Bildern im Internet überflutet werden, stellt sich doch oft die Frage was ist für mich ein gutes Bild! Als Landschaftfotograf machte ich mir für diesen Blog Artikel einmal ein paar Gedanken darüber. Natürlich mache ich mir bei jedem von meinen Bilder Gedanken, aber ich mache mir keine Gedanken was dem Betrachter gefallen könnte oder was sich verkaufen lässt. Ein beliebtes Bild muss nicht auch zwingend ein gutes Bild sein. Und ein „gutes Bild“ ist für jeden wieder was anderes. Was ein gutes Bild ist, hängt, meiner Meinung nach auch stark von der Perspektive ab, aus der ein Bild betrachtet wird. Da wäre zum Beispiel mal der Fotograf – der Fotograf lässt sich noch in Hobby- und Berufsfotograf unterteilen, dann wäre der Bildjournalist, der Verleger und Ersteller von Druckerzeugnissen und noch die Kamerahersteller. Für jeden von diesen genannten „mitwirkenden“ zur Entstehung eines Bildes ist die Betrachtungsweise eines guten Bildes anders. Für einen Künstler sollte das Bild eine ansprechende Komposition haben und seine Gefühle und Emotionen von diesem Moment beinhalten.
Für den Verleger ist es wiederum wichtig ob sich das Bild verkaufen lässt und wie auch für den Ersteller von Druckerzeugnissen ob das Bild technisch einwandfrei ist. Das Material, ob die Farben, Tonwerte und Verläufe korrekt sind sowie ob die Lichter und Schattenzeichnung sauber sind. Für die Kamerahersteller wiederum im Vordergrund sind, dass ihre Bilddateien  technisch hochwertig sind, Farben korrekt wiedergegeben werden und das Bild viele Details zeigt.
Für mich persönlich als Landschaftfotograf beinhaltet ein gutes Bild alle diese Punkte. Ein Bild ist ein Produkt aus vielen kleinen wichtigen Bauteilen. Es fängt schon beim erkunden an und hört bei der Präsentation auf. Alles was dazwischen liegt ist entscheidend für ein gutes Bild. Dies ist auch ein Grund weshalb ich bei jedem Schritt bei meinen Bildern selber Hand anlegen will oder zumindest bei der Arbeit mit einbezogen sein will. Grossartige Bilder sind  aber in erster Linie auch ein Produkt aus Vision, Technik und Nachbearbeitung – alle diese drei Elemente müssen in einem Bild harmonisch vereint werden und die Mischung daraus kreiert ein grossartiges Bild. Jede einzelne Disziplin muss man beherrschen, denn ein Defizit eines Arbeitsschrittes kann nicht durch den anderen behoben werden. Ein gutes Bild vereint Handwerk und Kunst. Ein Bild muss Gefühl haben, vermittelt Emotionen und Stimmungen von diesem bestimmten Moment und auch eine kurze Geschichte.
Es gibt so viele wunderschöne Bilder von unserer unendlich schönen Welt, aber es sind die Bilder welche mehr zeigen als bloss eine dokumentarische Abbildung eines Momentes. Es sind die Bilder welche die visuelle Wahrnehmung überschreiten und die Gedanken, Emotionen und Gefühle des Fotografen von diesem bestimmten einmaligen Moment im Bild wiedergeben, kombiniert mit technischem Können und schöpferischem Einfühlungsvermögen was für mich schlussendlich ein eindrucksvolles Foto macht!

Mein aktuelles Bild entstand vor wenigen Wochen in der Nähe der Aare zwischen Biel und Solothurn im schweizerischen Mittelland. Es war ein perfekter Morgen für diese Location. Der Nebel reduzierte das Bild auf das nötigste und verdeckte unschöne und ungewollte Objekte. Dazu hatten wir gerade noch Sahara Staub in der Luft was den morgendlichen Himmel gelb orange färben liess. Der Sahara Staub gab dem Bild schlussendlich auch den Titel „Sahara’s Licht“!Sahara's-Licht
Technische Details: Nikon D800e, 70-200mm Objektiv (@200mm), ISO 100, f 11, 1/60Sekunde